12 Minuten, die mein Leben verändert haben

. Ich habe mir als Teenager vorgestellt, wie ich irgendwann mit grauem Bart von meinen Reisen, Ideen und Erlebnissen erzählen darf. Und jetzt durfte ich meinen ersten TEDx Talk halten, noch bevor mir überhaupt ein richtiger Bart wächst.
Das Angebot kam für mich aus dem Nichts: Nach einem Vortrag auf der Messe für digitale Jugendkultur TINCON kam Fabian Neidhardt auf mich zu. Als wäre es das Normalste der Welt lud er mich als Speaker für sein TEDx Event in Stuttgart ein. Ich versuchte lässig zuzusagen, während das Teenager-ich in meinem Inneren unablässig Freundensprünge machte. 
Zuhause kam eine Panikattacke: Wenn du 12 Minuten Zeit hast, der gesamten Welt etwas zu erzählen, was sagst Du? Genau zu dem Zeitpunkt lernte ich Pierre Lieschke kennen. Der Poet und Gründer des Bildungsprogramms „Kreidestaub“ beschloss mein Mentor zu werden. Damit jeder Satz in diesem Vortrag sitzt, die Ideen authentisch rüberkommen und das Publikum berührt wird. Es folgen Monate, in denen wir bis in die Nacht hinein in meinem Wohnzimmer einschlossen und Post-Its an allen Wänden, Spiegeln und Fenster verteilten. Storytelling, Rhetorik, Metaphern; wir fühlten uns ein bisschen wie Detektive, die versuchten aus meiner Vision und meiner Leidenschaft einen Vortrag zu bauen. tip me hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal eine Website. Wie gerufen kamen die zwei kleinen Engelchen von „Das Gute ruft“ auf mich zu. Philipp und Keilie hatten sich grade vom Leben in der Marketingagentur losgesagt und beschlossen, ihr Talent für etwas Gutes zu nutzen. Und entschlossen sich für tip me. Wieder wurden viele Nachtschichten eingelegt, um die zweisprachige Website bis zum großen Tag fertig zu bekommen.

Doch die ganze Arbeit, ob an der Website oder an jedem einzelnen Wort der Vortrags hat sich gelohnt. Denn Vortrag hat viel verändert. Durch 12 Minuten wurde tip me für viele Menschen von einer bloßen Idee zu einem Konzept mit Potenzial. In einem Interview wurde ich in dieser Zeit gefragt, ob unser Team aus 15 oder 50 Leute bestünde. Ich musste lachen. Das Team war ich.
 Innerhalb von wenigen Wochen wurde mein E-Mail-Postfach überflutet: Von Journalisten, die über das Sozialunternehmen schreiben wollten, von Menschen mit beeindruckenden Titeln und Berufserfahrung, die gerne für tip me arbeiten wollten. Von großen Marken und Unternehmen, die das globale Trinkgeld für ihre Produkte einführen wollten.
 Eine wahnsinnig aufregende Zeit zwischen rasantem persönlichem Wachstum und simpler Überforderung. Ein paar Monate später lernte ich Robin kennen. Dieser treue, ehrliche, tolle Mensch mit dem ich gemeinsam ein klares Ziel definieren und viele kleine Schritte machen konnte. So sind wir gemeinsam auf dem besten Weg eine große Vision in ein echtes Sozialunternehmen umzuwandeln.